Pilzinfektionen in Salmonidenbeständen
Pilotstudie zur Analyse und Minderung von Schäden durch Pilzinfektionen in Salmonidenbeständen in Bayern.
Pilotstudie zur Analyse und Minderung von Schäden durch Pilzinfektionen in Salmonidenbeständen in Bayern.
Pilzinfektionen stellen eine zunehmend bedeutende Bedrohung für die Salmoniden-Aquakultur dar, insbesondere während der Eibrut und der frühen Entwicklungsstadien. In bayerischen Fischzuchtbetrieben haben Ausbrüche, vor allem verursacht durch Saprolegnia spp. und andere opportunistische Wasserpilze, in den letzten Jahren sowohl in Häufigkeit als auch Schwere deutlich zugenommen. Dies führt zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten und gefährdet zudem die genetische Vielfalt lokal angepasster Forellenpopulationen. Trotz ihrer Relevanz ist die Erregerlandschaft in Bayern bislang unzureichend charakterisiert, und routinemäßige Diagnostik erlaubt meist keine differenzierte Bestimmung auf Artebene. Ziel dieser Pilotstudie ist es, die Vielfalt und Verbreitung pilzlicher Pathogene in bayerischen Salmonidenbeständen systematisch zu erfassen und wirksame Bekämpfungsstrategien zu entwickeln. Hierzu werden Proben aus Fischzuchtbetrieben gewonnen, Pilzisolaten kultiviert und mittels molekularbiologischer Methoden charakterisiert. Aufbauend darauf werden spezifische PCR- und qPCR-basierte Diagnoseverfahren entwickelt und validiert, um eine schnelle und zuverlässige Identifizierung relevanter Pathogene zu ermöglichen.
Parallel dazu wird die antimykotische Wirksamkeit von hypochloriger Säure (HOCl) in In-vitro- und In-vivo-Experimenten untersucht, einschließlich kontrollierter Behandlungen von Salmonideneiern. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden praxisorientierte Standardarbeitsanweisungen für den Einsatz in der Aquakultur entwickelt. Die Studie schafft eine wissenschaftliche Grundlage für eine verbesserte Diagnostik, gezielte Krankheitsbekämpfung und nachhaltige Produktionsstrategien in der bayerischen Aquakultur.
Das Vorhaben wird kofinanziert von der Europäischen Union und mitfinanziert durch den Freistaat Bayern, aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds 2023 – 2029 (EMFAF).